15.01.19

Egmond Halbmarathon I Mit Windstärke 7 durch den Sandkasten!

Wenn man zum ersten Mal bei einem Wettbewerb startet hat das Ganze etwas von einem kleinen Abenteuer ;-) Man hat zwar schon viel gelesen und gehört, aber so richtig kennt man die „Tücken“ der Streckenführung doch nicht! Der Egmond-Marathon ist ein Lauf der Kategorie „Anspruchsvoll“ und am Wochenende zeigte sich, dass aus einer persönlichen Premiere auch schon mal ein großes Abenteuer werden kann. Dieser Post handelt von der Atmosphäre vor Ort, den Herausforderungen durch die Wetterverhältnisse und von den Tücken eines Halbmarathons im „Sandkasten“:-)








Der „Nordsee-Klassiker“
Den Egmond Halbmarathon kann man getrost als Klassiker bezeichnen. Bereits 1973 fand das erste Rennen an der holländischen Küste statt. Damit ist der Wettbewerb einer der ältesten über diese Distanz in Europa! Die besondere Herausforderung besteht zum einen aus der unsicheren Wetterlage Anfang/Mitte Januar (2tes Wochenende Januar) und zum zweiten daran, dass ein großer Teil der Strecke über den Strand oder sandige Dünenpfade verläuft!





„Volle Hütte in Egmond“
Letztes Jahr hatte Silke bereits von ihren Eindrücken auf der 21,1km langen Runde berichtet Egmond Halbmarathon I Der „Kultlauf“ mit hohem Suchtpotential;-) und war letztendlich der entscheidende Impulsgeber, dass wir dieses Jahr unbedingt nach Egmond wollten. Gesagt getan! Wir hatten einen schönes kleines Hotel ca. 1000m von der Start/Ziellinie gebucht. Eine frühzeitige Reservierung ist  empfehlenswert, denn an allen Wettbewerben (Kinderläufe, 10,5 km & HM) nahmen über 18.000 LäuferInnen teil! Entsprechend war die Atmosphäre in Egmond :-) Überall tummelten sich die SportlerInnen und das ein oder andere Gesicht lief einen schon am Vortag über den Weg. Samstag wurde noch ein MTB-Rennen am Strand angeboten und wer richtig „Gas“ geben wollte, konnte in einer Kombi-Wertung Rad,- & Laufwettbewerb verbinden!


Start 10,5 Kilometer (Viertelmarathon)


Stürmische Zeiten!
Einzig die Wettervorhersage trübte die Stimmung ein wenig ein! Dauerregen & Böen mit Orkanstärke waren für den Sonntag angekündigt ;-) Gott sei Dank hatte ich Klamotten mit verschiedenen Funktionen dabei. 
Am nächsten Morgen sah es jedoch viel besser aus als geplant. Allein der starke Wind machte uns noch Sorgen als Christine um kurz vor 11:00 Uhr an der Startlinie des Viertelmarathons stand.

Start 10,5 Kilometer mit Christine


Mir Vollgas aus dem Block der „Erholungsläufer“ auf die Strecke!
Mein Block im Halbmarathonfeld startete ca. 2 Stunden später und bis dahin blieb es trocken doch der stürmische Wind uns treu ;-) 
Apropos Startblöcke ! Hier muss man sich erstmal daran gewöhnen, dass man aus Deutschland heraus höchstens in den ersten Block der „Erholungsläufer“ (RECREATIE) landen kann! Auf die Top-Läufer folgen zunächst die guten Läufer, welche im Wettkampf um Platzierungen ringen. Dann folgen die Business-LäuferInnen. Da auch die weniger ambitionierten Business-LäuferInnen vor mir platziert waren, hatte ich auf den ersten Strandkilometer viel mit Überholmanövern zu tun ;-) 
 

Start Halbmarathon


Entlang der stürmischen See!
Von der Startlinie am Boulevard Noord liefen wir nur wenige hundert Meter bis zum Strand. Dieses Bild werde ich nie vergessen. Leicht bergab, vor mir das dichte Feld der LäuferInnen und dahinter die aufgeschäumte Nordsee - Super!


(Bild: Präsentation auf der Smart-Medal)








Am Strand lief es für mich ganz gut, denn der Sand war  auf einer breiten Spur hart und nur bei einigen Überholmanövern musste ich entweder durch nasse oder aufgeworfene Bereiche ausweichen. Ich hatte jedoch den Tipp bekommen, vor den engen Dünenwege möglichst viele langsamere LäuferInnen einzuholen, da es sonst zu eng würde!
Das Ganze dauerte 7,5km und ich hatte es mir eigentlich viel schwieriger vorgestellt! Der Wind war zwar kräftig aber richtig starke Böen hatte ich (noch) nicht gespürt ;-) Zu unserem Glück kam der Wind von der Seite und manchmal hatte man sogar das Gefühl, dass er leicht von hinten „anschob“!
Der Ausgang vom Strand war natürlich etwas anstrengender, da es hier für eine sehr kurze Strecke durch den tiefen Sand lief :-(





Auf und Ab hinter dem Dünenkamm
Hinter den Dünen war es dann sofort angenehm Windstill. Hier merkte ich jedoch, dass ich mich für den windigen Strand zwar „lecker warm“ angezogen hatte, jedoch hinter den Dünen ganz schön ins Schwitzen kam. Das zweite Problem: Die Dünenwege waren vorerst noch sehr sandig und besonders im „Überholmodus“ wurde es recht mühsam. 1-2 Steigungen waren als besonders anstrengend markiert („rechts lopen - links inhalen“), aber eigentlich nicht so dramatisch! Bei Kilometer 10 wurden die Wege einfacher und es ging Kreuz und Quer durch ein Waldgebiet hinter den Dünen. Der Sinn des sogenannten „Buff-Kilometer“ hatte sich mir an dieser Stelle noch nicht erschlossen ;-) Am Ende fand ich bei den individuellen Tages-Ergebnissen die Pace und das Ranking in diesem Abschnitt separat dargestellt. Also - ein Kilometer zum „Gas geben“, mit eigener Wertung!





Sieht nach "Arbeit" aus ;-) Kilometer 10/11  (Bild vom Veranstalter)



Letzte Bergprüfung des Tages - der Bloedweg ;-)
Am Abend zuvor hatte ich bereits  jede Menge Tipps von anderen LäuferInnen, die diese Strecke genau kannten, erhalten. Immer wieder kam die Sprache auf den sogenannten Bloedweg! Es sollte die ultimative Herausforderung bei km 19 sein!  Ich hatte mir jedoch auch diese Steigung, aufgrund der Erzählungen, noch wesentlich härter vorgestellt. Der Puls schoss bei der langgezogenen Steigung zwar in die Höhe, aber Kraft & Ausdauer waren noch ausreichend vorhanden! Am Ende des Anstiegs waren die ersten Häuser von Egmond bereits in Sichtweite und der Gedanke „nur noch etwas mehr als ein Kilometer“ trieb mich nach vorne!


Hurra! Der Bloedweg liegt hinter mir ;-)  (Bild vom Veranstalter)





Tolle Stimmung am Streckenrand! 
Trotz der widrigen Wetterbedingungen standen an vielen Stellen der Strecke Menschen, die uns laut anfeuerten. Hier sind die Holländer richtig groß - Danke! Die Hotspots mit den meisten Zuschauern waren: Start/Ziel Bereich, die ersten und letzten Meter am Strand, Kilometer 10-11, der letzte Aufstieg am Bloedweg, kurz vor Egmond :-)

Gegen den Wind !
Auf diesem letzten Kilometer merkte man den starken  Gegenwind am heftigsten! Kurz vor der Zielgeraden, ging es in eine vom Deich geschützte Mulde. Nach einem kurzen Anstieg erreichte ich den Boulevard auf dem Deich und wurde unmittelbar von einer Windböe erfasst! Danach hatte ich definitiv ein Gefühl für stürmische Windstärken. Nach paar Metern im „Taumelmodus“ lief ich wieder geradlinig der Ziellinie entgegen!




High-Tec Medallie
Die Egmond-Medallie war nicht nur optisch gelungen, sondern in diesem Jahr ein echtes High-Tec-Produkt ;-) In ihr war ein Chip-integriert, der über eine App Daten transferiert. Aber Achtung - das Smartphone muss über die NFC scanning technology I-Phone7 und jünger) verfügen! Die eigenen Ergebnisse und eine kleine Story vom eigenen Rennen werden hierüber zur Verfügung gestellt - Cool!



Medallie mit Chip (Photo: Joseph)



Für mich war es eine gelungene Premiere und es hat richtig Lust auf 2020 gemacht! Hey Egmond - am 2ten Wochenende des nächsten Jahres sehen wir uns wieder!


Sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis!
Eines muss man besonders hervorheben: Der Egmond-Halbmarathon ist eine top organisierte Veranstaltung. Der Teilnehmerbeitrag von 25,50 € ist dafür regelrecht günstig. Nach der Veranstaltung kann man sich sogar einige persönliche Bilder kostenlos von der Homepage MYLAPS herunterladen. 


Letztes Überholmanöver :-)  (Bild vom Veranstalter)

Strandlauf  (Bild: Homepage Egmond Halbmarathon)


 
Weitere Informationen über die Homepage desVeranstalters:




Bis bald 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen