07.01.17

Iliotibialband-Syndrom (ITBS) I Immer Ärger mit dem Läuferknie!

Das Iliotibialband-Syndrom (ITBS) , auch als Läuferknie bezeichnet gilt als typische Läuferverletzung. Es ist eine der häufigsten Ursachen für Zwangspausen im Trainingsalltag und gilt allgemein als Überlastungsverletzung. Es gibt also Mittel und Wege dem stechenden Schmerz auszuweichen! Dieser Post beschreibt Ursachen, Risikofaktoren und Vorbeugungsmaßnahmen zum Thema ITBS.






Die meisten betroffenen beschreiben ihre Symptome als stechenden Schmerz an der Außenseite des Knies. Dabei kann es vorkommen, dass der Schmerz erst nach wenigen hundert Metern oder Kilometern auftritt! Wenn man stehen bleibt, verschwindet der Schmerz relativ schnell und man bleibt frustriert und ratlos "auf der Stecke"!
 
Unser Knie ist nicht nur das größte Gelenk unseres Körpers, sondern auch kompliziert aufgebaut. Es verbindet die zwei längsten und stärksten Knochen (Oberschenkelknochen & Schienbein). Die einzelnen knöchernen Gelenkteile greifen hierbei  nicht exakt ineinander und werden vielmehr von verletzunganfälligen Muskeln und Bändern zusammengehalten und unterstützt von den Menisken.

 

"Außen- und Innennmeniskus sind halbmondförmige elastische Knorpelscheiben, die im Kniegelenk zwischen den Gelenkflächen des Ober- und Unterschenkel liegen. Damit sorgen sie für die Stabilisierung und als Puffer für eine optimale Druckverteilung zwischen den Gelenkflächen)! 


An der Außenseite des Knies liegt eine Sehnenplatte, die in einen Faszienstreifen übergeht, den Tractus iliotibialis. Dieser Faszienstrang entsteht aus den Sehnenfasern dreier Gesäßmuskel (Musculus tensor fascia tatae, M. glutaeus maximus & M. glutaeus medius) und verläuft  von der Hüfte über die Außenseite des Oberschenkels und des Knies bis hin zum Knie (Schienbeinkopf)! Seine Aufgabe besteht in der Abstützung der Muskulatur und sorgt im Zusammenspiel mit den Sehnen für die Stabilität des Kniegelenks. Gleichzeitig dient es als Puffer für die Stoßbelastungen des Laufens Wird dieses Puffer,- Stabilisierungs,- und Stützsystem überlastet kann es zum Tractus-Syndrom (Läuferknie) kommen:-(

Beim Laufen ist das Kniegelenk bei jedem Schritt mit dem mehrfachen des eigenen Körpergewicht belastet. Diesen enormen Belastungen kann das Knie nur standhalten, wenn alle beteiligten Strukturen - Knochen, Knorpel, Bänder, Kapsel, Menisken und Muskulatur reibungslos zusammenarbeiten!


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Iliotibialband-Syndrom (ITBS) oder Tractus-Ilio-tibiales-Bandsyndrom (Läuferknie)

Meist wird dies durch Überbelastung oder Fehlbelastung des Kniegelenkes hervorgerufen. Plötzlich spürt man einen stechenden Schmerz an der  Außenseite des Knies und/oder am Dammbein. Eine Erklärung besagt, dass der Faszienstrang, besser gesagt eine Sehnenplatte (Tractus), am äußeren Kniehöcker entlang scheuert und dadurch eine Sehnenreizung entsteht. Bei Läufern entsteht diese Reizung durch das ständige Beugen und Strecken des Kniegelenks. Eine Reizung der benachbarten Schleimbeutel wird ebenfalls diskutiert. Orthopäden weisen darüberhinaus auf das Risiko muskulärer Dysbalancen hin. Wenn die Gesäßmuskulatur (M. glutaeus medius - kleiner Gesaßmuskel) unzureichend trainiert ist, wird es bei langen Trainingseinheiten, schwer die Hüftknochen paralel zu halten. Wenn eine Hüftseite etwas nach unten "rutscht" erhöht sich zum Ausleich die Zugkraft auf die jeweilige Sehnenplatte (Tractus) und somit auch die Reibung an der Außenseite des Kniegelenk! Bei Patienten mit Läuferknie ist darüberhinaus die Muskulatur im Hüftbereich verkürzt. Aus diesem Grund gleitet die sehnenplatte (Tractus iliotibiales) mit erhöhter Spannung über die Außenseite des Kniegelenkes!


Folgende Faktoren begünstigen ein ITBS:

  • Fehlstellungen der Beinachsen (O-Beine)
  • Supination (starkes Abrollen des Fußes über die Außenkante des Fußes). Auf spezielle Laufschuhe achten!
  • muskuläre Dysbalancen der beckenstabilisierenden Muskeln
  • Differenzen bei der Beinlänge
  • Übergewicht
  • Muskel,- Sehnenverkürzung an der Oberschenkelaußenseite
  • Überbelastung im Training, zu schneller Trainingsaufbau
Supination (starkes Abrollen des Fußes über die Außenkante des Fußes). Auf spezielle Laufschuhe achten!

Aus dieser Liste ergibt sich bereits, dass es verschiedene Ansatzpunkte gibt, die ein Auftreten des ITBS verhindern könnten. Vorbeugend kann man vor längeren Ausdauerleistungen gezielt Dehnungsübungen durchführen.

Erste Maßnahmen bei akuten Schmerzen:

  • Training deutlich reduzieren!
  • leichte Kühlung der betroffenen Stelle. Teilweise wird dem wiedersprochen, da die schlechte Durchblutung im Bereich der Venen dadurch weiter verringert wird!?
  • Spannung an der Außenseite des Oberschenkels mit der Faszienrolle abbauen.
    Link: http://der-laufgedanke.blogspot.de/2016/08/faszien-i-facial-release-massage-auf.html
  • Oberschenkelaußenseite dehnen
  • Kinesio Taping (im Verlauf des Tractus iliotiialis) kann helfen
  • Arzt konsultieren! 
leichte Kühlung der betroffenen Stelle !? (Bildquelle: thermacare.de)


Spannung an der Außenseite des Oberschenkels abbauen

Kinesio-Taping

Arzt konsultieren! Gerade bei Schmerzen an der Außenseite des Knie kann die Ursache für die Schmerzen auch ein Meniskusschaden, Knorpelschädigung, Knochenödeme oder ein Überlastungsbruch sein! Selbst Bandscheiben schäden können nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Vorbeugende Maßnahmen:


  • das richtige Schuhwerk (besonders bei Supination (starkes Abrollen des Fußes über die Außenkante des Fußes)
    Link:.http://der-laufgedanke.blogspot.de/2016/01/new-shoes-teil-1-das-abc-des.html
  • Dehnungsübungen (Oberschenkelmuskulatur)
  • Muskulatur stärken! Gezielter Aufbau der Abduktoren (äußere Oberschenkelmuskeln)  sowie der Hüft,- Rumpf,- & Beckenmuskulatur
  • Trainingsumfang langsam erhöhen!
  • Unterschiedliche Reize setzen (Fahrradfahren, Aquajogging, unterschiedlichen Laufuntergrund)
weitere Informationen zum Thema Knieschmerzen findet ihr unter folgendem Post:http://der-laufgedanke.blogspot.de/2016/01/eiswurfel-aufs-knie-woher-kommt-der.html

Bis bald

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