Der Circuit de Spa-Francorchamps in den belgischen Ardennen gilt als eine der spektakulärsten Rennstrecken der Welt. Mit 7,004 km Länge und 19 Kurven ist er die längste Strecke im aktuellen Formel-1-Kalender. Charakteristisch sind die großen Höhenunterschiede sowie das Wechselspiel aus langen Geraden und Hochgeschwindigkeitskurven. Seit rund zehn Jahren „läuft“ es auch auf dieser herausfordernden Strecke. Die Organisation Hardloop Events bietet im Frühjahr ein großes Laufevent mit unterschiedlichen Distanzen (7 km, 14 km, Halbmarathon und Marathon) an. Vieles erinnerte an die legendäre Laufveranstaltung auf dem Nürburgring – den Halbmarathon durch die „Grüne Hölle“ –, die Jahr für Jahr Tausende Läufer:innen in die Eifel gelockt hatte. Diese besondere Atmosphäre hat der Circuit de Spa-Francorchamps erfolgreich übernommen und ist selbst bei widrigen Wetterverhältnissen ausgebucht.
Im letzten Jahr hatte ich mich
bereits angemeldet, aber unglücklicherweise den Renntag im Kalender auf Sonntag
statt Samstag eingetragen. So kam es dazu, dass ich am Samstagabend auf dem
heimischen Sofa Bilder eines fantastischen Laufevents bei strahlendem
Sonnenschein auf dem Circuit de Spa-Francorchamps entdeckte – und mir sofort
bewusst wurde, dass ich etwas Großartiges verpasst hatte.
In diesem Jahr gab es natürlich
einen neuen „Anlauf“. Sicherheitshalber hatte ich mir auch eine Unterkunft –
diesmal am richtigen Vorabend – im nahegelegenen Malmedy gebucht. Statt
herrlichem Sonnenschein hatte allerdings eine Kaltfront mit anhaltendem Schneefall
die Ardennen in ein echtes „Winter Wonderland“ verwandelt.
Der Circuit de Spa-Francorchamps
fühlte sich, bei meinem ersten Besuch, ganz anders an als in den Fernsehbildern
der Formel 1. Statt brüllender Motoren standen Läufer:innen an der Startlinie
auf der breiten Start-Ziel-Geraden, eingehüllt in Regenjacken und Caps. Auf dem
Weg dorthin ging es durch die Paddocks, also den Boxenbereich, der während
eines Formel-1-Rennens der Technik-Crew vorbehalten ist.
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| Vor dem Start |
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| Start im Schneegestöber (Bildquelle: Fotos Hardloop Events) |
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| Moderation & Anfeuerung aus der Boxengasse (Bildquelle: Fotos Hardloop Events) |
Der Startschuss für den
Halbmarathon (3 Runden) fiel pünktlich um 11:00 Uhr, und das Rennen auf dem
Asphalt einer der berühmtesten Rennstrecken der Welt war eröffnet. Eine halbe
Stunde zuvor waren bereits die Marathonläufer:innen (6 Runden) gestartet, und
nach uns sollten noch die Teilnehmer:innen der 7-km- (1 Runde) und
14-km-Distanz (2 Runden) folgen.
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| Bergab zur "Eau Rouge" und bergauf "Raidillon" |
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| Raidillon |
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| Kemmel Straight |
Es folgte die lange
Kemmel-Gerade, die sich lang durch die Wälder der Ardennen zieht. Hier fahren
Rennwagen über 300 km/h und kämpfen im Windschatten um Positionen. Für die
Läufer:innen bedeutete dieser Abschnitt vor allem eines: Strecke machen. Die
Schneeflocken fielen dichter, und der kalte Wind wehte über die offene Gerade.
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| Les Combes |
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| Bruexelles - Double Gauche (Pouhon) |
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| Les Fagnes voraus! |
Im letzten Teil jeder Runde
wurde es immer wieder anstrengend. Über Stavelot öffnete sich die Strecke,
führte jedoch langgezogen bergauf. Schließlich näherte man sich Blanchimont,
einer langen, schnellen Linkskurve. Im Motorsport wird sie nahezu ohne Bremsen
gefahren. Für die Läufer:innen war hier im Steigungsbereich jedoch kaum an
Tempo zu denken. Immerhin war der Start- und Zielbereich bereits auf der Höhe
zu erkennen/hören.
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| Chicane |
Doch vor dem Ende wartete noch
einmal eine „technische Passage“: die sogenannte Bus-Stop-Schikane vor der
Zielgeraden. Rennfahrer müssen hier hart bremsen, und auch für die Läufer:innen
wurde der Rhythmus – am Ende der Steigung – kurz unterbrochen.
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| Chicane |
Mit jeder Runde wurde das Wetter
etwas rauer. Während der folgenden Runden fiel weiterhin Schnee, und der
Asphalt blieb nass und kalt. Besonders bei den erneuten Anstiegen über Eau
Rouge und Raidillon zeigte sich, wie anspruchsvoll das Höhenprofil dieser
Strecke wirklich war. Dort, wo Rennwagen mit Vollgas den Berg hinaufstürmen,
kämpften Läufer:innen mit der Steigung und ihren zunehmend müden Beinen.
Nach drei Runden hatte sich das
Wetter weiter verschlechtert. Der Schnee ging allmählich in Schneeregen über, der kalt auf Gesicht und Kleidung traf. Die Strecke
glänzte nass im grauen Licht. Nach den letzten Metern durch die
Bus-Stop-Schikane öffnete sich die Zielgerade ein letztes Mal.
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| Bildquelle: Hardloop Events |
Im Boxenbereich endete der
Halbmarathon nach drei Runden und 21,1 Kilometern!
Erschöpft, durchnässt, aber mit
dem besonderen Gefühl, eine der legendärsten Rennstrecken der Welt aus eigener
Kraft dreimal umrundet zu haben.
Weitere Informationen zu diesem tollen Laufevent findet Ihr auf der Homepage des Veranstalters:
Bis bald





















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