Unter diesem ganz besonderen Motto sollte der Köln Marathon für mich zu einem unvergesslichen Abenteuer werden. Anfang Oktober hieß es: 42,195 Kilometer kreuz und quer durch die Domstadt – und das im vollständigen Prinzenornat!
Nur bei einem Detail musste ich als „Prinz“ eine sportliche Ausnahme machen: Statt des traditionellen Schuhwerks kamen natürlich echte Laufschuhe zum Einsatz. Schließlich wollte ich nicht nur majestätisch aussehen, sondern auch blasenfrei ins Ziel kommen! Was ich bei der ganzen Aktion allerdings ein wenig unterschätzt hatte: Ein Prinzenornat ist eher für die kühleren Tage der Karnevalssession gemacht – und nicht unbedingt für einen Marathon im strahlenden Sonnenschein! So wurde aus einer ohnehin außergewöhnlichen Lauf-Challenge eine echte Hitzeschlacht mit karnevalistischen Unterhaltungswert.
Doch eines machte dieses Abenteuer zu etwas ganz Besonderem: die unglaubliche Begeisterung der Menschen entlang der Strecke! Überall wurde gejubelt, gelacht und angefeuert. Und wehe, der Prinz erlaubte sich zwischendurch ein paar Schritte im Gehtempo – dann kam vom Straßenrand sofort die lautstarke Aufforderung, doch bitte wieder standesgemäß weiterzulaufen!
Für die passende jecke Begleitung hatte ich bereits im Vorfeld gesorgt. Mit Nicole und Carlos war das laufende Dreigestirn komplett. Gemeinsam brachte das Trio die Erfahrung aus mehr als 150 absolvierten Marathonläufen mit an den Start. Davon konnte auch „Adjutant“ Rami profitieren, der sich der jecken Laufcrew spontan angeschlossen hatte und an diesem Tag vor einer ganz besonderen Premiere stand: Für ihn wurde es der erste Marathon überhaupt.
Mit Nicole und Carlos hatte ich im Vorfeld bereits eine extrem lustige Fotosession vor dem Dom verbracht und anschließend einen großen & coolen Artikel im Kölner Express eingefahren! Vom ersten Moment an war klar, dass der Köln Marathon 2026 ein lustiges Event werden würde!
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Fotosession am Dom [Bildrechte: Hannah Löhr Fotografer]
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Doch damit war die närrische Gesellschaft noch längst nicht komplett. Bereits am frühen Morgen stießen im Startblock weitere kostümierte Läuferinnen und Läufer hinzu. Zwei Kölsch-Dosen namens "Früh & Kölsch", die ich bereits 2024 als Hans Süper im Marathonrennen kennengelernt hatte, waren ebenso wieder mit dabei, wie "Elvis". So zusammengesetzt sorgte diese bunt gemischte Truppe schon vor dem Startschuss für einen „Frühstart in die Karnevalssession“.
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| Im „Grünen Block“ voran zur Startlinie ! [Bildrechte M. Derscheid] |
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| Mit Konfetti und Alaff ! [Bildrechte M. Derscheid] |
Im "Grünen Block" ging es für uns geradewegs in die erste Reihe um diesem Startblock einen farbenfrohen karnevalistischen Touch zu verpassen! Der Moderator Sascha Kalupke erinnerte noch einmal an den Lauf im Hans Süper Outfit beim Köln-Marathon 2024 [ Köln Marathon 2024 | Einfach Süper ] Anschließend schickte er uns mit einem dreifachen Kölle Alaaf auf den wahrscheinlich längsten „Zugweg“ den Köln jemals erlebt hat.
Bei zunächst noch kühlen Temperaturen ließen wir uns anfänglich von der großartigen Stimmung mitreißen und gingen die ersten Kilometer beinahe etwas zu schnell an. Was anfangs noch angenehm war, änderte sich jedoch rasch: Schon nach rund zehn Kilometern entwickelte sich das dicke Prinzenkostüm für mich zunehmend zur mobilen Sauna. In Rodenkirchen konnte die Stimmung noch intensiv genossen werden aber meine Gedanken kreisten um die steigenden Temperaturen.
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| [Bildrechte Nicole Peters] |
Im Bereich der Severinsstraße standen die Zuschauer:innen wieder dicht gedrängt und in der engen Straßenschlucht sorgte die Musik aus vielen Lautsprechern für beste Stimmung! Zeit für eine kölsche Gesangseinlage gab es in der Severinsstraße 49. Gleichzeitig war es eine echte Premiere, da Elvis mit einem Karnevalsprinzen wahrscheinlich noch niemals gemeinsam aufgetreten war;-)
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| Insel Ladenfuergutes [Severinsstrasse 49] „dat es ne jode lade he“ 🎶 |
Der lautstarke Rudolfplatz, ein Stück der Ringe und danach ab durch das Univiertel. Die Stimmung war großartig aber die Temperaturen stiegen! Was den Zuschauern gefiel brachte mich im dicken Prinzenkostüm ins immer stärkere Schwitzen!
An den Verpflegungsstellen hieß es deshalb: ausreichend trinken und regelmäßig kühlen. Gemeinsam passten wir in der Gruppe unser Tempo immer wieder an die äußeren Bedingungen und die Kerntemperatur des Prinzen an.
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| Wettlauf mit einer Früh-Kölsch-Dose [Bildrechte Sportograf] |
Die Unterführung an der Uni fühlte sich, beim Aufstieg, wie eine kleine Bergprüfung an. Nachdem wir die jecke Stimmung in Sülz entfacht hatten, war die Stimmungsmeile in der Dürener Straße an der Reihe. Hier erfrischten wir uns an der Verpflegungsstelle, wo man uns angeblich bereits sehnsüchtig erwartet hatte ;-)
Ein kurzes spontanes Interview mit dem Kommentator der Verpflegungsstelle war auch noch möglich!
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| [Bildrechte Sportograf] |
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[Bildrechte Rami Baccouce]
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Karaoke am Friesenplatz
Nach der Halbmarathonmarke folgten weitere Stimmungshöhepunkt. Die lautstarken Cheering-Zonen am Rudolfplatz, Hohenzollernring und dem Friesenplatz ließen unserer jecken Laufcrew kaum Zeit zum Durchatmen. Immer wieder wurde unser kostümierte Dreigestirn vom Publikum begeistert angefeuert. Sascha Kalupke war mittlerweile als rasender Reporter unterwegs und wollte im Laufschritt erfahren, wie es bisher läuft! Offen und ehrlich antwortete ich: Super - aber ich bin klatschnass;-) Er nahm sofort etwas Abstand und bemerkte nur trocken - ja das merke ich;-)))
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| Interview im Laufschritt mit Sascha Kalupke [Video Sascha Kalupke] |
Mir wurde anschließend auf dem Friesenplatz noch ein glitzerndes Karaoke-Mikrophon zum Prinzen-Hit "Enmol Prinz zo sin" gereicht! Marathon hin oder her - als Prinz darfst Du hier natürlich nicht kneifen und im Duett wurde direkt vor dem Fotografen diese Prinzenhymne geschmettert!
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| Friedensplatz [Bildrechte Sportograf] |
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| „Enmol Prinz zo sin in Kölle am Ring ……“🎶 [Bildrechte Sportograf] |
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| Venloer Straße km28 [Bildrechte Sabine Heinrich] |
Kölsch(er) Stopp am Haus Scholzen
Mein persönlicher Höhepunkt war, wie schon so häufig, die Venloer Straße! Hier wartete nicht nur meine Frau Christine, sondern auch die megastarke Cheeringzone der RunSquad CGN / TideRunners HH. Damit noch nicht genug hatten Nicole & ich noch einen kurzen Stopp mit Sabine Heinrich am Haus Scholzen vereinbart! Nach Ihrem Halbmarathon stand Sie bereits wieder gut regeneriert an der Ehrenfelder Stimmungsmeile! Liebe Sabine - vielen Dank für das Foto und das elektrolytreiche Getränk!!!
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| [Bildrechte Nicole Peters] |
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| [Bildrechte Nicole Peters] |
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| Elektrolyte tanken !!! [Bildrechte Nicole Peters] |
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| „ne wat es dat schön“🎶 [Bildrechte Christine Nachbaur-Sturm] |
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Runners High at Venloer ;-) [Bildrechte Christine Nachbaur-Sturm]
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| „dä Prinz küt“! |
the heat is on 🎶
Danach begann vor allem für mich im Prinzenkostüm der härteste Teil des Rennens.
Bis zum Hansaring und Ebertplatz lief es noch ganz gut. Auf der langen Gerade dahinter wurde die Sonneneinstrahlung jedoch zur mentalen Prüfung. Die Muskulatur meldete: Da geht noch was, aber der Kreislauf signalisierte: kühl deinen Kopf, trink Isotonisch und denke an deine Salztabletten! So wurde die Schleife in Richtung Nippes zur echten Hitzeprüfung. Mittlerweile tropfte das „Schwitzwasser“ regelrecht aus den Ärmeln meines Prinzenkostüms.
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| „Zeit des Leidens“ |
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| „wenn de sonn schön schingk“ 🎶 |
An den folgenden Verpflegungsstellen entwickelte ich deshalb eine feste Routine: drei Becher Wasser zur Kühlung über den Kopf, anschließend ausreichend isotonische Getränke und eine Salztablette für den Elektrolythaushalt.
Gefühlt war es für mich der Zustand wie bei einem Wüstenlauf. Umso dankbarer war ich dass ich diese „Tortur de Cologne“ nicht alleine bewältigen musste. Der Zusammenhalt der Gruppe und die Stimmung am Streckenrand halfen mir dabei, auch die schwersten Kilometer zu überstehen.
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Artikel 3 - Kölsches Grundgesetzt: Et hätt noch emmer joot jejange!
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| So ähnlich ;-) |
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[Bildrechte Nicole Peters]
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| together as one !!! |
Kaum zu glauben, wieviel Energie man nach einer solchen Anstrengungen reaktivieren kann. Auf den letzten Kilometern fühlte es sich wieder besser an. Der Dom war nicht mehr so weit entfernt und das Lachen viel wieder leichter. Die Wasserkühlung des Kopfes tat das übrige :-)
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| „mer fiere et Leeve“ 🎶 |
Auf dem Rückweg in Richtung Dom mobilisierte besonders die Atmosphäre auf den Kölner Ringen noch einmal die letzten Kräfte. Gemeinsam machten wir uns als jecke Laufcrew auf die finalen Kilometer, vorbei am Dom und schließlich auf den roten Teppich der Zielgeraden.
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Team Konfetti & Alaaf [Bildrechte Christine Nachbaur-Sturm]
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Nach 42,195 Kilometern war es geschafft: "Dreigestirn" und Adjutant überquerten die Ziellinie und krönten damit ein Marathon-Erlebnis, das sportliche Herausforderung, kölsche Lebensfreude und eine gehörige Portion Verrücktheit miteinander verband.
[Bildrechte Nicole Peters]
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Für mich jedenfalls war der Zieleinlauf ein ganz besonderer Moment – und vielleicht sogar noch ein bisschen schöner, als auf einem Prinzenwagen beim Rosenmontagszug durch Köln zu
Im Zielbereich konnte ich mich dann endlich aus dem Prinzenkostüm befreien lassen! Gefühlt wog es mindestens ein bis zwei Kilo mehr. Ich befürchte jedoch, dass der Wasserverlust noch etwas Höher war ;-)
„hard earned medals are simply the best - who cares wether they are made from wood or metal!? [Bildrechte Nicole Peters]
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| „mission completed“ |
Eimol Prinz zo sin – beim Köln Marathon wurde dieser Traum auf ganz besondere Weise Wirklichkeit. Danke an alle, die mich dabei unterstützt und angefeuert haben!
Bis bald
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